Die Sonne scheint, der Raps beginnt zu blühen, die Vögel bauen an ihren Nestern und erfreuen uns mit ihrem Gesang. Der Frühling ist mit Macht gekommen und geht mit großen Schritten auf den Sommer zu. Das vermehrte Sonnenlicht setzt bei uns Glückshormone frei und hebt die Stimmung. Wenn die Maiglöckchen oder andere Blumen aus der Tiefe des Erdreichs hervorkommen und die ersten Blüten aufbrechen, dann kann auch uns das Herz aufgehen. Am Ende der Geschichte von der Arche Noah heißt es:

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)

Gott hält seiner Schöpfung die Treue. Das können wir in jedem Frühling aufs Neue miterleben. Und Gott hält auch uns die Treue. Er ist auch in den "Winterzeiten" unseres Lebens bei uns. Er sieht uns, wenn wir niedergeschlagen und matt sind, wenn wir uns leb- und kraftlos fühlen.

Solche Lebensphasen kennen wir sicherlich alle. Wir haben aber bestimmt auch schon erlebt, wie das Blatt sich wieder wendet. Wie Gott uns bei der Hand nimmt. Wie Er uns wieder das Licht seiner Güte scheinen lässt. Wie neue Kraft in unsere matte Seele und in unseren kraftlosen Leib strömt. Wer so einen inneren Frühling erlebt, dem geht der Mund über, von dem, wovon das Herz voll ist, und er will danken und loben. Wie schon in den Psalmen der Bibel kommt ihm ein Jubelruf über die Lippen, weil Gott ihn aus der Tiefe gezogen hat und das Leben sich wieder Bahn bricht. Der kann vielleicht in folgendes Lied mit einstimmen:

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Halleluja! Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin. Halleluja! Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern, die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt: Ehre sei Gott und den Menschen Frieden (3x) Frieden auf Erden!

(Text: Hans-Jürgen Netz 1979; Melodie: Christoph Lehmann 1979)

Ich wünsche Ihnen allen einen belebenden Frühling und Sommer! Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Pfarrer Nico Vajen