Jahreslosung 2018

In der Johanniskirche der altmärkischen Hansestadt Wer-ben an der Elbe befindet sich der Rest eines gotischen Schnitzaltares, welcher die „Heilige Sippe“ zeigt, also Maria und Jesus, ihre Mutter Anna und die übrige Familie, darunter auch Elisabeth und Johannes. Es fällt auf, dass außer den Babys alle Personen sehr individuelle Züge tragen.

Natürlich sind es die Stifter dieses Altars, die sich hier verewigt sehen wollten, angesehene und begüterte Bürger der Stadt mit ihren Frauen. Als heutige Betrachter neigen wir vielleicht zum Schmunzeln über solche Eitelkeit. Je länger ich aber diese Gesichter betrachte, erscheinen sie mir als ein Bild von Gemeinde, wie sie schon immer war: zusammengefügt aus ganz unterschiedlichen und unverwechselbaren Menschen. Und so verschieden die Menschen sind, so verschieden sind auch die Formen ihres Glaubens. Aus gutem Grund haben wir einen festgelegten Text für das Glaubensbekenntnis. Doch bei welchen Worten unsere Herzen besonders ins Schwingen kommen, das ist sicher unterschiedlich. Eins aber scheint immer wieder gleich zu sein: Glauben lässt sich nicht ohne Hoffnung leben. Sie „stirbt zuletzt“, sagt der Volksmund. Paulus geht weiter: Sie „lässt nicht zuschanden werden.“ Und das ist letztlich auch der schlichte Kern des Monatsspruches für den Mai: 

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräerbrief 11,1) 


Durch den Glauben „sehen“ wir, haben die „Zuversicht“, dass Gott es gut mit uns meint, jetzt und in Ewigkeit.

 

Ihr Volkmar Hirth