Jahreslosung 2018

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Pred. 3,11) 
Monatsspruch September 

Liebe Leserinnen und Leser,

Anfang und Ende - das ist Leben an den Grenzen. Anfang und Ende fallen daher oft nicht leicht. Wir wissen: Aller Anfang ist schwer. Und zu einem Ende zu kommen, ist keine leichte Aufgabe, wenn einem etwas lieb geworden ist, auch wenn wir erkannt haben, dass es so nicht weitergehen kann.
Bei unserem Leben erleben wir weder Anfang noch Ende bewusst. Wir spüren es nicht, wenn unser Leben beginnt. Erst später stellen wir fest, dass wir da sind.
Manchmal sehen wir Zeichen, dass unser Leben zu Ende geht. Wenn es aber zu Ende gegangen ist, nehmen es andere wahr, wir selbst nicht.
Von meinem Vater und meiner Mutter weiß ich, dass Gott schon weit vor meinem Leben da war, genau wie es auch bei ihnen sich verhielt. Und meinen Kindern und Enkeln gebe ich die Erfahrung weiter, dass die alles umfassende Macht, die wir Gott nennen, auch noch da ist, wenn ich im Grabe ruhe und sie leben.
Ich lasse mich überraschen, in welcher Weise der ewige Gott die Verbindung zu ihm, die er mir ins Herz gelegt hat, aufrechterhält.
So wie ich den Überblick über mein Leben ihm überlasse, so muss ich auch nicht wissen, wie er diese Welt begonnen hat und wie oder wann er sie beendet.
Hauptsache, ich lebe in seiner Welt so, dass andere nicht darunter leiden müssen. Wichtig ist, dass meine Nachkommen reines Wasser, gesunde Luft und eine fruchtbare Erde zum Leben haben. Mein Anteil daran ist, ein einfaches, selbstbestimmtes und solidarisches Leben zu führen und gegenüber allen meinen Mitgeschöpfen freundlich zu sein.
Ich versuche, der Lüge entgegenzutreten, dass unser Leben erfüllter wird, wenn alles schneller, billiger und noch smartphonegerechter ist.
Wer dazu Verbündete sucht, kann sie in den Kirchengemeinden und beim Gottesdienst finden.

 

Ihr Rudolf Zörner